Archiv der Kategorie 'Klassengeschichte'

Paul Mattick

Ein Arbeiterintellektueller wie er im Buche steht


Rezension eines Gesprächsbandes mit dem Rätekommunisten Paul Mattick

In der Reihe „Dissidenten der Arbeiterbewegung“ des Münsteraner Unrast-Verlages erschien jüngst ein Gespräch mit dem streitbaren Rätekommunisten Paul Mattick (1904-1981) unter dem Titel „Die Revolution war für mich ein großes Abenteuer“, welches der Herausgeber der Gesamtausgabe von Karl Korsch, Michael Buckmiller, 1976 in Vermont/USA führte. Die von Buckmiller erstellte Transkription des Mattick-Interviews lag seit Jahren unbeachtet in einer kopierten Fassung im Internationalen Institut für Sozialgeschichte (IISG) in Amsterdam. Die Herausgeber des Gesprächsbandes, Christoph Plutte und Marc Geoffroy, wurden u.a. von dem Sohn Matticks, Paul Mattick jr., motiviert, dieses Interview nach einem Abgleich mit den noch existierenden Tonbandaufzeichnungen zu veröffentlichen.
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Der frühe Syndikalismus als Antikriegsopposition

Über die Freie Vereinigung deutscher Gewerkschaften (FVdG) im Ersten Weltkrieg informiert eine Neuerscheinung

Darstellungen von politischen Strömungen im kaiserlichen Wilhelminismus, die sich in der Zeit des sich zum hundertsten Mal jährenden ersten weltumspannenden Krieg fundamental oppositionell zeigten, fallen selbst im Jubiläumsjahr spärlich aus. Trotz der Dutzenden Neuerscheinungen der vergangenen Monate zu den Hintergründen und zum Verlauf des Ersten Weltkrieges bleibt eine Spurensuche nach diesen Tendenzen, die nicht in den chauvinistischen Chor des „Augusterlebnisses“ von 1914 einstimmten, weitgehend aus.

Buchtitel

Helge Döhring setzt mit seinem jüngst erschienenen Buch „Syndikalismus in Deutschland 1914-1918. ‚Im Herzen der Bestie‘“, welches den zweiten Band einer Reihe unter dem Titel „AnarchistInnen & SyndikalistInnen und der Erste Weltkrieg“ aus dem Verlag Edition AV bildet, einen publizistischen Kontrapunkt. Nach eigenem Bekunden will er mit dieser Veröffentlichung eine erste Monografie zum Thema vorlegen. Diesen durchaus ambitionierten, selbst formulierten Anspruch kann diese Publikation indes nur zum Teil einlösen. Der thematische Fokus, die Antikriegsposition der lokalistisch-syndikalistischen Freie Vereinigung deutscher Gewerkschaften (FVdG), erstreckt sich in dem gut 230 Seiten umfassenden Band auf lediglich vierzig Seiten. Zuvor wird die Entstehungsgeschichte des Lokalismus bis 1914 bzw. der Bewegungszustand des sich herausbildenden Syndikalismus kurz vor Kriegsbeginn in knappen Zügen geschildert. Einen relational recht breiten Raum nehmen die Ausführungen zu den SPD-nahen Zentralgewerkschaften, der Generälkommission der Gewerkschaften Deutschlands, und die SPD mit ihrer meinungsbildenden Presse innerhalb der ArbeiterInnenbewegung ein. Im Anhang dokumentiert Döhring im Schwerpunkt themenspezifische Originaltöne von Lokalistlnnen und SyndikalistInnen (u.a. von Fritz Kater oder Fritz Oerter).
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Aufstieg und Fall der deutschen Arbeiterbewegung

Wir veröffentlichen hiermit erstmals einen Beitrag des Mitherausgebers der ehemaligen Zeitschrift „aufheben“, Vadim Riga, zu den Irrungen und Wirrungen der proletarischen Bewegungen in Deutschland. Der Text kann hier gedownloadet werden.

strike!-Redaktion